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18.09.2020

IHK zu Schwerin tagt in Ludwigslust

4. Industriekongress stellt Fragen nach der Arbeitnehmer-Attraktivität

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4. Industriekongress in den Werkshallen der SHA Siegmund Henning Anlagenbau GmbH © Stadt Ludwigslust, SW

Die IHK zu Schwerin hat ihren 4. Industriekongress nach Ludwigslust einberufen, direkt in die Produktionshallen des im Techentiner Gewerbegebiet angesiedelten Unternehmens SHA Siegmund Henning Anlagenbau GmbH. Firmenchef Tom Henning freute sich, dass es auch unter Corona-Bedingungen gelungen ist, diesen Kongress erfolgreich durchzuführen.

„Was macht Mecklenburg aus?“ diese Frage stellte Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin unseres Landes, zum Beginn ihres Grußwortes in den Raum. Wir sind nicht nur ein Land, in dem es sich gut leben lässt. Wir sind vor allem auch ein Land, in dem es sich gut arbeiten lässt. Das Hoffen auf internationale Großkonzerne, die sich ansiedeln könnten, bringt MV nicht voran. Für Manuela Schwesig sind die mittleren und die Familienunternehmen, die in der Region verwurzelt und vernetzt sind, das Rückgrat unserer Wirtschaft. Diese gilt es zu stärken. So hat das Land MV die Forderungen der drei IHK´s aufgegriffen und arbeitet derzeit an einer Industriestrategie, eine Perspektive für die zukunftsfähige Entwicklung der Industrie in MV.

 „Wie kann es gelingen, ein Unternehmen für den Arbeitnehmer attraktiv zu machen?“, so die Themenstellung des Kongresses, eine Frage, die für Unternehmen mittlerweile von großer Bedeutung ist und künftig noch viel mehr in den Fokus einer Unternehmensphilosophie rücken wird.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gehört es immer mehr zur Firmenstrategie, für Arbeitnehmer attraktiv zu sein. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen sich Personalverantwortliche aus einem scheinbar unendlichen Pool von Arbeitswilligen, geeignete Arbeitskräfte aussuchen konnten.  Gerade junge, gut ausgebildete Menschen haben heute die Wahl. Händeringend werden von den Firmen Arbeitskräfte gesucht. Für die neue Generation an Arbeitnehmern zählen nicht nur eine gute Bezahlung und Urlaub. Da geht es um Faktoren, die eine ausgeglichene Work-Live-Balance ermöglichen: alternative Wohnmöglichkeiten, geregelte Kinderbetreuung, Homeoffice, Gesundheitsfaktoren und vieles mehr. Die Bindung des Arbeitnehmers an das Unternehmen wird in der unmittelbaren Zukunft immer mehr zu den essentiellen Voraussetzungen eines Unternehmens gehören. Zu den unternehmerischen Herausforderungen gehört nicht nur ein optimales Kundenmanagement, sondern auch ein adäquates Arbeitnehmermanagement. Wege dahin wurden im Laufe der des Kongresses aufgezeigt.

Auf dem Gelände der GIB GmbH gab es dann noch einen interessanten Einblick in Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet. Im „Truck des Mittelstandes“ erläuterte Frank Offergeld sehr beeindruckend „Die mobile Fabrik“. Anhand der Fertigung eines Stiftes wurden intelligente Lösungen von der Kommissionierung über die Fertigung und Montage bis zur Qualitätskontrolle aufgezeigt. Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters 17.09.2020