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13.08.2020

Zwei Jubiläen und keine Feier

60 Jahre PG Storchennest – 40 Jahre Sanddornanbau in Ludwigslust

Storchennest Ausbildungsbeginn 2020 (1)
Geschäftsführerin Silvia Hinrichs und Asubildungsleiter Jörg Hinrichs begleiten Angelina Puppe auf ihrem Weg zur Floristin © Stadt Ludwigslust, SW

Eigentlich wären diese zwei Jubiläen Grund genug für eine großes Fest. Doch die Umstände in diesem Jahr sind schon besonders. Eine Feier wird es nicht geben. Ein Rückblick auf 60 Jahre PG Storchennest aber muss sein. Bereits vor 10 Jahren wurde zum damaligen 50-jährigen Jubiläum eine Chronik des Betriebes herausgegeben. So lohnt heute immer noch ein Blick in die wechselvolle Geschichte dieses Betriebes. 

Silvia Hinrichs, seit 1999 Vorsitzende der PG Storchennest, hat noch einige Exemplare auf ihrem Tisch. „Das sind nur noch Restbestände, aber wir haben bereits neue bestellt,“ so Silvia Hinrichs. Eine Überarbeitung und Neuauflage wird es wohl erst zum 75-jährigen Bestehen geben. „Das schaffe ich, wenn ich dann Rentnerin bin.“ So bleibt uns vorerst nur, einen kurzen Blick auf die letzten zehn Jahre zu werfen. 

Im Fokus der vergangenen zehn Jahre stand die auf Grund der Marktsituation notwendige Umstrukturierung. Das Tief aus dem Jahr 2016 brachte spürbare Umsatzeinbußen. Für den Betrieb bedeutete das: alle Abteilungen noch mal auf den Prüfstand stellen und neu ausrichten. Mittlerweile kann die Lage so eingeschätzt werden, dass beide Firmen in die Zukunft geführt werden können. Beide stehen auf einer soliden Grundbasis. 

Für Geschäftsführerin Silvia Hinrichs ist das aber nur möglich gewesen, weil alle mit angepackt haben. „Wir kennen uns hier alle bereits seit vielen Jahren. Wir haben viele Höhen und Tiefen gemeinsam durchgestanden, das schweißt zusammen und lässt ein ganz besonderes vertrauensvolles Verhältnis entstehen.“ 

Silvia Hinrichs selbst ist seit 1974 im Betrieb. Als Lehrling hat sie das Handwerk von der Pike auf gelernt. Heute ist sie stolz darauf, dass der Betrieb sehr breit aufgestellt ist.

Grabgestaltung, Grabpflege, Kranzbinderei, Garten- und Landschaftsbau, der Gartenmarkt und das Geschäft in Grabow sind die Standbeine der PG Storchennest. Auf 370 ha wird in Ludwigslust Öko-Landwirtschaft betrieben, davon 117 ha Sanddorn. Auf den restlichen Flächen wachsen u.a. Getreide, Lupine und es gibt Blühwiesen. 

1980 begann in Ludwigslust der Sanddornanbau. Bis 1990 wurde auf 50 ha Sanddorn angebaut. Die Obstproduktion wurde stetig erweitert. Die „Sanddorn-Storchennest“ GmbH hat sich über Jahre als größter Sanddornanbauer in Deutschland behauptet. 

Für den Sanddorn 2020 kann man gegenwärtig noch auf eine Ernte hoffen, obwohl auch in diesem Jahr die unbekannte Sanddorn-Krankheit die Sträucher förmlich über Nacht vertrocknen lässt. Ein Phänomen, das weltweit zu beobachten ist. Die seit einigen Jahren in Rostock betriebenen Forschungsarbeiten dazu brachten bislang noch keine schlüssigen Ergebnisse. Für Ludwigslust sind das seit einigen Jahren große Ernteausfälle. Aber die Mitarbeiter der Sanddorn-Storchennest GmbH wollen nicht aufgeben. Noch 2019 wurden bereits 5 ha Sanddorn neu angepflanzt. 

Eine solide Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft. So können seit einigen Jahren junge Leute hier wieder ihren Weg ins Berufsleben starten. Nach einem Praktikum im vergangenen Jahr hat sich die 16-jährige Grabowerin Angelina Puppe z.B. für eine Ausbildung zur Floristin entschieden und gehört nun seit Monatsanfang zum insgesamt 20-köpfigen Team der PG. 

Nach ihren Wünschen für die Zukunft befragt, antwortet Silvia Hinrichs: „… dass der Storch noch lange über Ludwigslust fliegt.“ Das Storchennest, das einst der PG den Namen gab, gibt es nicht mehr – die Symbolkraft aber bleibt. Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 04.08.2020